Note für Note zum Klangerlebnis

Gepostet von am 02. Juli 2014

Foto von Sängerinnen bei der Probe

Ein Chorprobentag beim städtischen Musikverein. Foto: WAZ FotoPool

Die Sängerinnen und Sänger vom städtischen Musikverein üben mit Chorleiter Zdenko Sojcic intensiv für ein großes Konzert im November. Auf dem Programm steht der „Lobgesang“ von Felix Mendelssohn Bartholdy – eine anspruchsvolle Sinfoniekantate. Deshalb probt der Chor auch schon seit dem Frühjahr.

Probe beim Städtischen Musikverein, nach den Stimmübungen Bücher aufgeschlagen und mal flott vom Blatt gesungen. „So schnell kann man einen Satz lernen, wenn er einstimmig ist“, sagt Chorleiter Zdenko Sojcic schmunzelnd. Das kommt allerdings im Werk, was derzeit einstudiert wird, höchst selten vor. Im Gegenteil, der „Lobgesang“ von Felix Mendelssohn Bartholdy ist eine anspruchsvolle Sinfoniekantate mit schwierigen Chorälen und Fugen für einen vierstimmig gemischten Chor.

Seit dem Frühjahr proben die 60 Sängerinnen und Sänger jeden Montag – oder auch schon mal einen ganzen Samstag – im Bürgerhaus Ost. Ende August ist ein Probenwochenende mit Übernachtung geplant, damit ganz intensiv nicht nur an den korrekten Noten, sondern auch an der Interpretation und dem Ausdruck gearbeitet werden kann.

Den Konzerttermin im November hat das Ensemble fest im Blick. „Der Städtische Musikverein singt immer Literatur auf hohem Niveau. „Er fühlt sich seinem eigenen Anspruch verpflichtet“, erklärt Sojcic, der seit Februar 2011 den Taktstock für den Chor schwingt.

Frischer Wind und einige junge Sänger

Der 40-jährige Musiklehrer vom hiesigen Ratsgymnasium hat vor vier Jahren frischen Wind und vor allem einige junge Sänger mitgebracht. Es sind Schüler aus seinem Musik-Leistungskurs oder aus dem Schulchor. „Da singen wir fast nur Gospel, das hier ist eine richtige Herausforderung“, sind alle ganz begeistert von der Arbeit im Städtischen Musikverein.

Und manchmal bringen die Töchter dann auch noch die Väter mit, so wie bei Alfred Steinhoff. „Singen hat mich immer gereizt, aber die Hemmschwelle, in einen Chor zu gehen, war sehr hoch“, sagt er. Aber jetzt ist er froh, dass er „ein bisschen mutig“ war und mit dem aufmunternden „Papa, Du kannst das“ vor zwei Jahren angefangen hat mitzumachen. Mittlerweile arbeitet Alfred Steinhoff sogar auch im Chorvorstand als Medienwart.

Von Anfang 20 bis Mitte 80

Die 1. Vorsitzende Gitte Werring kann sich über so viel Engagement nur freuen. Und darüber, dass der Altersdurchschnitt im Städtischen Musikverein geringer ist, als bei vielen anderen alteingesessenen Chören: „Wir haben tatsächlich Sänger von Anfang 20 bis Mitte 80“.

Der eigenen Tradition, seit 95 Jahren die Musikgeschichte in Gladbeck mitzuprägen, bleibt der Chor stets treu und beschert der Stadt einmal im Jahr ein großes Oratoriums-Konzert. Selbstverständlich auch in diesem, Musikliebhaber können sich auf Sonntag, 16. November, freuen, wenn das Werk von Felix Mendelssohn Bartholdy in der Mathias-Jacobs-Stadthalle an der Friedrichstraße zum Klingen kommt.

„Lobet den Herren“ erschallt es derweil aus den Kehlen des Chores – und dazu Anweisungen. „Spannung halten! Bitte auf die Stuhlkante setzen, dann strahlt das hohe „A“, mahnt der Chorleiter. Doch es hört sich heute schon alles sehr perfekt an.

Quelle: WAZ Gladbeck – Barbara Seppi

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